Bild vom 02.07.2022

Bild Juli 2022

Ich nehme an, wir sind uns einig, wenn ich sage: das Wichtigste im Leben ist das spirituelle Wachstum. Damit meine ich, dass ich mich auf Seelenebene weiter entwickle. Im Prinzip müsste ich mir diesbezüglich keine Sorgen machen, denn dieser Sachverhalt ist auf jeden Fall abgedeckt. Auch wenn ich eine ganze Inkarnation brauche, um einen klitzekleinen Fortschritt zu erzielen, werde ich fast nicht anders können, als zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Möglicherweise ist mein Lerneifer so beschränkt, dass ich unendlich viele Verkörperungen eingehen muss, um mir die Grundkenntnisse über das Menschsein anzueignen. Aber irgendeinmal werde ich es geschafft haben.

Ich nehme an, dies entspricht nicht deiner Vorstellung von einem sinnvollen Leben. Du möchtest schnell vorwärts kommen und folglich bist du bestrebt, einiges zu investieren.

Sinn des Lebens

Schon früh erkannte ich, dass das Leben keinen Sinn ergibt, wenn ich nicht etwas machen kann, das meinen Tod überdauert. Da in meiner Jugend die Spiritualität noch nicht in der Gesellschaft verankert war, sondern von einigen wenigen Randfiguren gelebt wurde, musste ich mir den Weg dorthin erst mühsam bahnen. Dann allerdings erkannte ich bald, dass dieser damals noch exotische Bereich genau das ist, was ich immer gesucht habe und das ich erforschen und in meinem Dasein integrieren will. Was ich damals noch zu wenig begriff, ist die Tatsache, dass ich als materielles Wesen auf der Erde weilte und mich mit diesem Fakt auseinandersetzen sollte. Die geistigen Möglichkeiten, die sich mir eröffneten, waren so erlösend und faszinierend für mich, dass ich den Körper mit Vorliebe ausblendete. Mir war zu wenig bewusst, dass dieser eine wichtige Grundlage für eine gesunde Spiritualität ist. Schmerzhaft musste ich lernen, dass ohne diese Basis eine geistige Ausdehnung nur bedingt möglich ist. Ein wirkliches, vollständiges Begreifen tiefer Zusammenhänge ist wahrscheinlich nur möglich, wenn man mit der Materie und folglich mit dem Körper in Frieden und Einklang kommt. Das ist ein weiter und anstrengender Weg.

Die Suche nach dem Glück

Warum wir das Projekt „Mensch“ gestartet haben, weiss wohl niemand mit Sicherheit. Was unsere Aufgabe ist, wird aber in vielen Schriften ausgeführt.

Die gesamte Materie inklusive unsere Körperlichkeit sind ein Gewebe aus Energien. Sie sind folglich nicht wirklich real. Doch sobald wir in diese irdische Dimension eintauchen, vergessen wir unsere Seelennatur und verbinden unser Bewusstsein sehr umfassend mit dem Körper und allem, was dazugehört. Damit geraten wir auch in die Fänge des Egos, das uns weismacht, nur mittels Befriedigung unserer Wünsche ist Glück möglich. Damit rennen wir fortwährend diesen Wünschen nach und versuchen, sie zu erfüllen. Allerdings werden wir dabei nicht glücklich, sondern immer gieriger, ängstlicher (man könnte etwas verlieren), misstrauischer (der andere könnte einem etwas wegnehmen) und anderes mehr, was das Leben beschwerlich macht. Erst wenn uns klar wird, dass wir Glück nur fühlen können, wenn wir mit der Liebe in Verbindung treten, beginnen wir am richtigen Ort zu suchen. Wenn uns dann auch noch klar ist, dass es eine spezielle Form von Liebe ist, die wir anstreben sollten, eröffnen sich uns die spirituellen Welten. Endlich haben wir begriffen, dass das, was wir suchen, nur auf der geistigen Ebene verfügbar ist. Und das beste am Ganzen: da auch unsere eigene Natur von geistiger Art ist, müssen wir nur noch herausfinden, wer wir in Wirklichkeit sind. Dann haben wir uneingeschränkten Zugang zum Glück. Aber hier besteht nun eben die Gefahr, dass man den Fehler begeht, der mir passiert ist: nachdem die Wahrheit ja offensichtlich geistiger Natur ist, kann man den Körper auf die Seite schieben und sich bei der Suche in die höheren Gefielde begeben. Leider funktioniert das nicht, und zwar aus folgendem Grund:

Das Abspalten des Körpers

Selbst wenn ich ein Kopfmensch bin und meine Zeit vorwiegend mit Studien verbringe, sitzt dieser Kopf auf einem Körper, mit dem er während des Lebens dauerhaft verbunden ist. Ich komme also nicht darum herum, ihn tagaus tagein mit mir zu schleppen und ihn zu versorgen. Häufig ist dies eher ein notwendiges Übel. Es gibt aber auch schöne Ausnahmen, bei denen ein gewisser Genuss möglich ist. Denke man doch an das Verspeisen der ersten frischen Erdbeeren im Frühling, das Geniessen einer Massage, das wohlige Sonnenbad oder andere Verwöhnmomente. Höchst unangenehm wird es aber, wenn dieser Körper Ansprüche stellt, die man eigentlich gar nicht erfüllen möchte. Plötzlich begehrt er Schokolade oder Eis, weil die Steuererklärung auf dem Tisch liegt und ausgefüllt werden sollte. Oder vorhin hat die Freundin das vereinbarte Treffen abgesagt. Jetzt wäre genügend Zeit für Haushalt. Aber der Körper ist träge und will sich aufs Bett lümmeln, lesen und Chips essen. Oder man kann endlich Feierabend machen und weiss, dass Sport gut täte, um die Verspannungen zu lösen. Der Körper hat aber keine Lust. Das Sofa und der TV locken eindeutig mehr. Während ein guter Film läuft, ruft natürlich prompt die Schwester an. Eigentlich möchte man nett sein, aber der anstrengende Arbeitstag und die Störung beim Filmabend lassen die Stimme grantig und leicht aggressiv tönen. Als dann noch die Sprache auf ein altes Problem mit einem gemeinsamen Bekannten kommt, kriecht die Wut hoch, obschon man sich doch geschworen hat, sich nicht mehr wegen so altem Kram aus der Mitte bringen zu lassen. Kurz: Der Kopf wüsste schon, was er möchte, aber der Körper sabotiert ihn einfach. Nun, vielleicht hat man sich zu wenig perfektioniert. Also muss man den Körper eben besser beherrschen lernen. Und schon beginnt das Üben: der lästige Anhang wird abgespalten, bis man ihn möglichst nicht mehr spürt. Doch da versteht man offensichtlich nicht, worum es geht. Zudem: auch wenn man den Körper nicht mehr spürt: er ist dennoch da und ist Teil von einem. Weil man ihn wegschiebt, lernt man ihn nicht mit seinen Facetten kennen, folglich kann man nicht mit ihm umgehen. Man ist nicht in der Lage, seine Signale zu deuten und die innere Stimme umfassend und sinnvoll zu nutzen. Die emotionale Ebene dürfte ein steiniges Pflaster sein, denn die Gefühlswelt ist lahmgelegt, wenn man sich nicht spüren darf. Was bedeutet dies für das spirituelle Wachstum?

Der Körper als Freund

Menschen, welche ihren Körper abspalten, vergessen folgendes: die Seelennatur, die feinstofflich ist, wohnt nicht im Kopf. Vielmehr durchwebt sie den ganzen Körper mit ihrer Energie. Sie belebt jede einzelne Zelle und ist untrennbar mit ihr verbunden. Wenn ich also herausfinden will, wer ich in Wirklichkeit bin, muss ich mich nicht vom Körper lösen, sondern eher mit meinem Körper befassen. Sobald ich nämlich erfasse, welche Anteile ihm zuzuordnen sind, kann ich den Seelenanteil herauskristallisieren. Weil der Körper offensichtlich viele Wünsche hortet, die meinem spirituellen Ich nicht gefallen, muss ich eben lernen, diesen zu widerstehen. Dabei muss ich langsam erkennen, dass ich einen Gewinn erfahre, wenn ich meinen Fokus auf andere Werte richte als auf diejenigen, welche das Ego mir ständig in den Kopf spült. Weil mein Körper ohne die Erfüllung dieser Egowünsche aber Stress bekommt (das Ego ist überzeugt davon, dass das Leben nur funktioniert, wenn seine Wünsche erfüllt werden), muss ich geduldig sein. Indem ich mich langsam vorantaste, lerne ich sehr viel über mich und die Welt. Das hilft mir zu verstehen, wer ich in Wirklichkeit bin. Also verhalte ich mich mit Vorteil lieb gegenüber meinem Körper und mute ihm nur so viel zu, wie er verkraften kann (sprich: gesund bleibt). Mit diesem gesunden Körper kann ich in dieser Welt etwas bewegen und weitere Erfahrungen sammeln, was mir wiederum hilft, etliches zu lernen. Wenn ich also den Körper richtig einsetze, wird er zu meinem Freund. Falsch eingesetzt tyrannisiert er mich und lässt mich letztlich ohne kraftgebende Verankerung durch den Alltag taumeln.

Der gesunde Körper als Basis einer höheren Spiritualität

Nun kommt ein weiterer Aspekt dazu. Je weiter ich mich spirituell entwickle, umso mehr werde ich fähig, mit Energien aus höheren geistigen Ebenen zu arbeiten. Diese haben aber eine kräftigere Schwingung. Folglich muss mein Nervensystem in der Lage sein, die entsprechenden elektromagnetischen Schwingungen zu verarbeiten, ohne in einen grossen Stress zu geraten. Dafür brauche ich einen gesunden Körper. Eine solche Leistung wird eine Person, welche ihren Körper abspaltet, nie erbringen können. Ihre Spiritualität wird stets oberflächlich bleiben, obschon sie selbst von sich den Eindruck hat, sie sei schon sehr fortgeschritten. Weil sie den Boden verloren hat, kann sie das Ganze nicht mehr sehen und schätzt sich falsch ein.

Das Bild

Nun möchte ich zum Bild überleiten.

Hier siehst du eine Person, die mit ihrem Körper in einer guten Verbindung steht. Sie arbeitet mit ihm zusammen, so dass er eine solide Grundlage darstellt. Diese ist symbolisiert durch die Quadrate. Es sind mehrere, die aufeinander liegen. Der Körper ist ja nicht ein einziger Kloss, sondern besteht aus vielen Elementen, die zusammenspielen müssen. Es ist fortwährende Arbeit nötig, um das ganze Regelwerk in einem guten Zustand zu halten. Gestützt bzw. gehalten wird alles durch die Weisheit der Person, die begriffen hat, dass sie ihre materielle Seite in ihre Prozesse einbeziehen muss, ohne sie aber überzubewerten. Eingebettet ist das Ganze im Licht, dem sich die Person unterstellt.

Gerne möchten wir alle einen solchen Zustand erreichen. Die nachfolgende Übung soll dir dabei helfen.

Übung

Mach es dir bequem, sammle den Geist und nimm dir einen Moment Zeit. Betrachte dann das Bild und lass es auf dich wirken.

Stell dir nun vor, dass die grünen Quadrate deine Basis bilden, auf der du sitzt. Das innerste gelbe Quadrat ist deine Quelle, liegt also gerade unter dem Steissbein. Von dort aus ergiesst sich lichtvolle und tragende Energie in deine Wirbelsäule und fliesst bis hinauf in deinen Schädel, und zwar bis zum Scheitelchakra.

Mach nun folgende Übung:

Spüre, wie das gelbe Licht langsam die Wirbelsäule hochfliesst. Es soll sich den Weg ganz langsam nach oben bahnen und diesen zentralen Kanal in deinem Körper allmählich ausfüllen. Wenn du merkst, dass das Strömen ins Stocken gerät, verweile mit deiner Aufmerksamkeit an diesem Ort und warte einfach, bis sich die Blockade löst und es weiterfliessen kann. Arbeite dich die Wirbelsäule hoch, bis du beim Scheitelchakra angelangt bist. Dann geh mit deiner Aufmerksamkeit wieder zu deinem Gesäss zurück und spür, wie es auf den grünen Quadraten sitzt, die viel Halt gewähren. Fühle nun von hier aus dieses Fliessen des Lichtes den Rücken hinauf bis zum Scheitel. Bleib in diesem Zustand eine Weile sitzen, so dass du ihn verinnerlichen kannst.

Anschliessend komm langsam in die Realität zurück. Bedanke dich bei deinen geistigen Helfern und schliesse die Meditation ab.

Das nächste Bild erscheint am 20.08.2022